Heimathaus Siebenbürgen
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  Konrad von Horneck trat 1255 in den Deutschen Orden ein - einen der Krankenpflege und der christlichen Mission verschriebenen geistlichen Ritterorden. Seine Burg brachte er als fromme Stiftung mit ein.

1438 wurde die Burg Horneck Residenz des Deutschmeisters, dem Herrn über alle Ordensbesitzungen im Römisch-Deutschen Reich.

Bereits 1346 wurden dem unterhalb der Burg liegenden Ort Gundelsheim die Stadtrechte verliehen.

Im Bauernkrieg wurde die Burg abgebrannt und geschleift, der Deutschmeister musste seinen Sitz nach Mergentheim verlegen.
Schon 1533 ist auf den Fundamenten der Burg ein weitläufiges Renaissance-Schloss wieder aufgebaut worden.
In den großen europäischen Kriegen seit dem 17. Jahrhundert sahen Schloss und Stadt immer wieder fremde Truppen, Freund und Feind bunt gemischt, und beide nehmend.

In den ruhigeren Zeiten des 18. Jahrhunderts wurde Horneck gemäß dem Zeitgeschmack als Barockschloss umgestaltet, die Vorwerke wurden durch steinerne Brücken verbunden, der Bergfried bekam einen neuen Helm.

1805 wurden Stadt und Schloss württembergisch. Nach kurzer Nutzung als Kaserne kam das Schloss in wechselnden privaten Besitz. In heruntergewirtschaftetem Zustand erwarb 1897 die "Schloss Horneck GmbH" das große Anwesen und betrieb hier nach Renovierung ein weithin berühmtes Sanatorium unter ärztlicher Leitung von Prof. Dr. Roemheld.
 
 
  Während der beiden Weltkriege diente das Sanatorium als Lazarett und danach als Lungenheilstätte.

1960 erwarb der Hilfsverein "Johannes Honterus" e. V. das Schloss und errichtete darin das Heimathaus Siebenbürgen. Dies war der Beginn des heutigen Alten- und Pflegeheims, sowie des kulturellen Zentrums der Siebenbürger Sachsen in Deutschland mit Siebenbürgen-Institut und Siebenbürgischem Museum.

Die Sammlungen des Siebenbürgen-Instituts gelten heute als eine Art "Nationalbibliothek" und "Nationalarchiv" der Siebenbürger Sachsen, da hier sämtliche Zeugnisse über Geschichte und Kultur dieser Gruppe gesammelt, erschlossen und ausgewertet werden.
Hier laufen die Fäden eines weitgespannten Wissenschaftsnetzes zusammen, hierher kommen Studenten, Doktoranden, Wissenschaftler, Heimatkundler aus Deutschland, Siebenbürgen und der ganzen Welt. Hier werden zahlreiche Bücher herausgegeben und Tagungen organisiert: Gundelsheim und Schloss Horneck sind international bekannte Begriffe für die Siebenbürgen-Forschung.
 
 
  Das Siebenbürgische Museum ist das zentrale Museum der Siebenbürger Sachsen außerhalb Rumäniens. Die Schausammlung und die Räume für Sonderausstellungen umfassen ca. 600 qm.

Von einem Überblick über das Land Siebenbürgen ausgehend werden hier mehrere Aspekte mit beispielhaften Exponaten dargestellt: städtisches Leben, Welt der Bauern, Kirche, Schule, Vereinsleben.
Es finden sich Räume zu thematischen Schwerpunkten wie Keramik, Zinn, Goldschmiedekunst, Textilien und Kupferstichkabinett.
Eine Diaschau sowie eine interaktive Darstellung der Geschichte vermitteln ein eindrucksvolles Bild des gesellschaftlichen Lebens der Siebenbürger Sachsen und des Landes selbst.
 
 

© 2011   Hilfsverein "Johannes Honterus" e. V., Stuttgart
info@heimathaus-siebenbuergen.de

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